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Hilfe, die Endoskopaufbereitung läuft nicht rund!

Ausgewählte Chatfragen & Antworten aus dem Webinar

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Dr. Weigert - Hilfe, die Endoskopaufbereitung läuft nicht rund!

Im Juli 2021 hielten die DEGEA, die IVEPA, die SVEP und Dr. Weigert gemeinsam das Webinar „Hilfe, die Endoskopaufbereitung läuft nicht rund!“ ab. Aus Zeitgründen konnten einige Fragen aus dem Chat nicht beantwortet werden. Wir haben ausgewählte Fragen hier für Sie beantwortet.

Wie lautet die Empfehlung für die Aufbereitung von Spüladaptern, die in der manuellen Vorreinigung bzw. manuellen Schlussdesinfektion eingesetzt wurden?

U. Beilenhoff: Bisher stehen kaum Spüladapter als Einmalsysteme zur Verfügung. Das wäre der wünschenswerte Goldstandard, der eine Aufbereitung unnötig machen und auch das Risiko einer Kreuzkontamination ausschließen würde. Dann könnte für jedes Endoskop ein neues Adapterset für die Reinigung verwendet werden, ähnlich wie bei den Einmalbürsten. In den nationalen und internationalen Richtlinien finden sich aktuell keine Angaben zur Aufbereitung von Spüladaptern. Daher sind die Herstellerangaben zu beachten. Wenn manuell aufbereitet wird, werden die Adapter nach Reinigung und Zwischenspülen mit dem Endoskop in die Desinfektionslösung eingebracht. Die Adapter werden benutzt, um alle Kanäle luftblasenfrei mit Desinfektionslösung zu füllen, verbleiben dann mit dem Endoskop in der Lösung und werden dadurch ebenfalls desinfiziert.

Wenn das Endoskop nach den manuellen Schritten maschinell im RDG-E aufbereitet wird, besteht das Problem der Reinigung und Desinfektion dieser Spüladapter. Der Hersteller sollte für wiederverwendbare Adapter eine entsprechende Aufbereitungsempfehlung formuliert haben. Da lohnt es sich auf jeden Fall, nachzulesen oder beim Hersteller nachzufragen.

Die Spüladapter können sehr unterschiedlich konfiguriert sein:

  • Sind es Steckverbindungen, ähnlich wie Ventile, könnte eine Aufbereitung im RDG-E oder im RDG in Frage kommen.
  • Spüladapter, die aus Schlauchsystemen bestehen, können einen oder mehrere Kanäle/Schläuche besitzen.
  • Die Schläuche können untereinander Steckverbindungen haben, so dass Verzweigungen entstehen.
  • Verfügen die Adapter über Rückschlagventile, kann die Aufbereitung im RDG-E schwierig werden. Eine Aufbereitung kann manuell oder auch im RDG erfolgen.

Eine Aufbereitung im RDG-E ist bei Spüladaptern mit Schlauchsystemen in der Regel nicht möglich, da sie nicht zu den Beladungsmustern gehören und somit ihre Aufbereitung auch nicht validiert wurde. In diesem Fall müsste dann eine manuelle Reinigung und Desinfektion entsprechend den Herstellerangaben erfolgen.

In welchem Umfang und in welchen zeitlichen Abständen sind Schulungen des Personals zum Aufbereitungsprozess vorgeschrieben? Gibt es hierzu Erfahrungen, was von Aufsichtsbehörden gefordert wird?

U. Beilenhoff: Der Betreiber darf nur Personen bei der Aufbereitung von Medizinprodukten einsetzen, die über die entsprechende Ausbildung und Erfahrung verfügen (MedPBetreibV). Dies wird in der KRINKORichtlinie, Anlage 6, im Detail ausgeführt (KRINKO). Allerdings werden darin keine Stundenangaben gemacht. Daher hat die Deutsche Gesellschaft für Sterilgutversorgung (DGSV) ein Fortbildungssystem von Sachkunde- und Fachkundekursen entwickelt sowie mittlerweile auch eine eigenständige Berufsausbildung zur Fachkraft für Medizinprodukteaufbereitung ins Leben gerufen. Sachkundekurse werden mit 40 Stunden angeboten. Im Fall der Endoskopaufbereitung sollten auf jeden Fall spezielle Endoskopiekurse genutzt werden, um wirklich fachspezifisches Wissen zu erhalten. Fachkundekurse sind mit 120 Stunden eine Möglichkeit, unqualifiziertes Personal zu schulen. Personal der AEMP, das oft zur Endoskopaufbereitung eingesetzt wird, verfügt in der Regel über die Ausbildung in Fachkundekursen. Wenn dieses Personal nun flexible Endoskope aufbereiten soll, kann es mit einem Modul von 24 Stunden speziell für die Endoskopaufbereitung fachspezifisch nachgeschult werden. Sachkundekurse werden auch in den Fachweiterbildungen Endoskopie und in der Fachqualifikation in der Gastroenterologischen Endoskopie integriert. Basierend auf einem Modul der Bundesärztekammer bietet der bng Sachkundekurse von 24 Stunden speziell für den niedergelassenen Bereich an.

Eine periodische Wissensauffrischung macht in einem sensiblen Bereich wie der Endoskopie durchaus Sinn. Sie wird in den europäischen Richtlinien und in der S2 K Richtlinie schon gefordert, allerdings ohne Zeitangaben. Aktuell werden die Refresherkurse noch nicht explizit in der KRINKO gefordert. Es werden aber Refresherkurse bundesweit angeboten. Behörden kontrollieren sehr wohl den Ausbildungsstand des Endoskopiepersonals, auch im Hinblick auf die Sachkenntnis.

Wie lange darf in Österreich ein Endoskop im RDG-E verbleiben, bevor es erneut aufbereitet werden muss?

G. Weilguny-Schöfl: Nach Vorgaben der Krankenhaushygiene müssen Endoskope nach Ende des Aufbereitungsprogramms in dem RDG-E unmittelbar in einem Trockenschrank vollständig ausgetrocknet werden. Wenn kein Trockenschrank vorhanden ist oder nicht ausreichend Platz im Trockenschrank ist, müssen die Endoskope in einem staubgeschützten Schrank ohne Ventile hängend aufbewahrt werden. Ich weiß, dass in der Praxis nicht immer die notwendigen Zeitressourcen vorhanden sind, um das Ende des Aufbereitungsprozesses in dem RDG-E abzuwarten, da sonst Überstunden anfallen. Die Zeitbedarfsberechnung in einer Endoskopieabteilung sollte jedoch eine ausreichende Zeitspanne für sämtliche anfallenden Nacharbeiten beinhalten.

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